Dienstag, 29. September 2009

Rolling Stone Magazine wird die Naked Short Seller bloßstellen!


Was für eine Nachricht...Freude schöner Götterfunken...
Matt Taibbi vom Rolling Stone Magazine, der durch seinen brillianten Artikel über Goldman Sachs berühmt wurde, wird sich eines Themas annehmen, das so explosiv wie undiskutiert geblieben ist - die Praxis der "ungedeckten Leerverkäufe" oder auch "Naked Short Selling", über das wir uns hier schon die Finger wund geschrieben haben. Er kündigt auf seinem Blog einen langen Bericht in der kommenden Printausgabe an. Ganz offensichtlich weiß er um die Zusammenhänge zu den Pleiten von Lehman Brothers und Bear Stearns. Es ist auch nicht so schwierig, da diese Informationen für alle frei im Internet verfügbar sind und er noch dazu inzwischen ein ausgezeichnetes Netzwerk hat. Das dokumentiert die Anekdote, von der er auf seinem Blog berichtet. Er wurde unabhängig voneinander von zwei Mitarbeitern des Senats kontaktiert, die ihm erzählt haben, wie unglaublich durchsichtig Goldman Sachs versucht im Vorfeld des von der Börsenaufsicht SEC einberufenen "Round Tables" Lobbyarbeit pro NAKED Short Selling zu betreiben, indem in einer kurzen Präsentation offenbar absichtlich gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe vermischt werden.
Apropos "Börsenaufsicht" SEC. Matt Taibbi ist völlig zurecht fassunglos, wie dieses Phänomen vor den Augen der angeblich schärfsten Aufsichtsbehörde der Welt ohne jede legale wenn nicht strafrechtliche Konsequenz gegblieben ist. Die Behörde toppt sich sogar selbst und lädt NUR mutmaßliche Profiteure an ihren "Runden Tisch":


"So who will get to speak? Two guys from Goldman Sachs, plus reps from Citigroup, Citadel (a hedge fund that has done the occasional short sale, to put it gently), Credit Suisse, NYSE Euronext, and so on."


"Wer wird also Gelegenheit haben zu sprechen? Zwei Typen von Goldman Sachs, plus Vertreter von Citigroup, Citadel (ein Hedgefonds der gelinde gesagt gelegentlich Leerverkäufe tätigt), Credit Suisse, NYSE Euronext und so weiter."


Taibbi merkt an, daß in der ganzen Runde offenbar nur ein einziger Vertreter sitzt, der eine eigentlich absolut selbstverständliche Position vertritt, nämlich die, daß man nur Aktien verkaufen sollte, die man auch besitzt, wenn man schon nicht der Eigentümer ist. Man muß sich eine Aktien also zumindest vorher (!) leihen (!), bevor man sie verkaufen kann. Aber das ist den Herren um den "Runden Tisch" offenbar viel zu streng und die Börsenaufsicht fragt auch noch höflich nach deren Meinung...


Und das soll Kapitalismus sein?! Das ist Vetternwirtschaft der übelsten Sorte gegen die jeder ehrliche Kapitalist aufbegehren sollte!

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